Tausende weitere Rohingya aus Myanmar geflohen

Laut neuesten Expertenberichten sind innerhalb eines Tages rund 11.000 muslimische Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar in Bangladesch eingetroffen.

UNHCR in Alarmbereitschaft

Was den neuen Exodus auslöst, wissen die Experten nicht. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sei in Alarmbereitschaft und bereite sich auf noch mehr Flüchtlinge vor, sagte ein Sprecher heute in Genf.

Flüchtlinge in Bangladesch

Reuters/Damir Sagolj

Seit Ende August sind damit deutlich mehr als eine halbe Million Menschen geflohen. In jüngster Zeit waren pro Tag nur noch 1.000 bis 2.000 Menschen über die Grenze gekommen.

Mindestens 25 Tote durch Bootsunglück

Nach dem Kentern eines Bootes mit Rohingya-Flüchtlingen im Grenzfluss Naf zwischen Myanmar und Bangladesch stieg die Zahl der Toten auf mindestens 25, wie ein Polizeisprecher aus Bangladesch heute mitteilte. Auch 13 Kinder seien gestorben.

Das Boot hatte nach Angaben eines Behördensprechers rund 50 Menschen an Bord gehabt, als es in der Nacht auf gestern bei stürmischem Wetter an der Mündung des Naf in den Golf von Bengalen sank. Mehr als 150 Rohingya-Flüchtlinge waren bereits in den vergangenen Wochen beim Versuch ertrunken, nach Bangladesch zu gelangen.

Impfaktion der WHO

Unterdessen startete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den bangladeschischen Flüchtlingslagern und der Umgebung eine Massenimpfkampagne gegen Cholera. 650.000 Menschen sollen die Schluckimpfung in den nächsten Tagen bekommen, sowohl Geflüchtete als auch Einheimische.

Durch die Menschenmassen in der ohnehin armen Gegend und mangelnder Wasser- und Abwasserversorgung fürchten Experten den Ausbruch der Durchfallerkrankung. Die Impfung hält für sechs Monate.