Nordkoreas Außenminister: USA haben Krieg entfacht

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho sieht die USA einem Agenturbericht zufolge auf Kriegskurs. „Man kann sagen, mit seiner kriegerischen und wahnwitzigen Erklärung vor den Vereinten Nationen hat (US-Präsident Donald) Trump den Docht des Krieges gegen uns angezündet“, zitierte die russische Nachrichtenagentur TASS gestern den Minister.

„Wir müssen die finale Rechnung begleichen - nur mit einem Feuerhagel, nicht mit Worten.“ Trump und die Führung in Pjöngjang überziehen einander seit Wochen mit Kriegsrhetorik. Angesichts der anhaltenden Raketentests und Verbalattacken wird eine militärische Eskalation befürchtet. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung dämpfte Ri. Nordkorea werde niemals Gesprächen zustimmen, bei denen die Atomwaffen des Landes ein Verhandlungspunkt wären. Nordkorea habe fast sein Ziel erreicht, „eine echte Machtbalance mit den Vereinigten Staaten zu schaffen“.

„Raketenmann“ versus „geistesgestörter Greis“

In seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung Anfang September hatte der US-Präsident Nordkorea mit der Vernichtung gedroht. Machthaber Kim Jong Un nannte er in Anspielung auf die zahlreichen Raketentests der vergangenen Monate einen „Raketenmann, der auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime“ sei. Kim bezeichnete Trump daraufhin als „geistesgestörten Greis“ und dessen Äußerungen als eine grimmige Kriegserklärung.

Trump sagte gestern im Weißen Haus, es gebe in der US-Regierung verschiedene Haltungen zum Umgang mit Nordkorea. Er höre zwar allen zu, am Ende sei er aber derjenige, der entscheide. Es könne sein, dass er in dieser Sache härter und stärker sei als die anderen, sagte Trump. Er werde am Ende entscheiden, was für die USA am besten sei und was für die Welt am besten sei, sei dies doch ein Problem, das die ganze Welt angehe. Trump wird im November nach Asien reisen. Die Koreakrise wird diese Reise wesentlich bestimmen.