Mehr als 50 Tote bei Anschlag in Mogadischu

Bei einem Anschlag sind gestern in Somalia mehr als 50 Menschen getötet worden. Polizeiangaben zufolge wurden bei der Explosion einer Lastwagenbombe im Zentrum der Haupstadt Mogadischu rund 80 Menschen teils schwer verletzt. Die Polizei geht aus diesem Grund von einem weiteren Anstieg der Todesopfer aus. Anfangs war von rund 20 Toten die Rede.

Anschlagsort in Mogadischu

APA/AP/Farah Abdi Warsameh

Augenzeugen zufolge sei ein Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang gerast und habe im Stau stehende Motorräder sowie Autos überrollt bzw. aus dem Weg geschoben. Sicherheitskräfte hatten versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich dort in die Luft.

Gebäude eingestürzt

Die meisten Opfer seien Zivilisten, sagte Mohamed Yusuf, ein Mitarbeiter des Madina-Krankenhauses, in das viele der Opfer gebracht wurden. Nach Angaben des Polizisten Mohamed Dahir starben auch mehrere Soldaten. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag, das Informationsministerium des Landes machte aber die Terrormiliz al-Schabab dafür verantwortlich. Was genau das Ziel des Anschlags war, war zunächst unklar.

Augenzeugen berichteten, womöglich sei ein bei Regierungsmitarbeitern, Journalisten und aus dem Ausland zurückkehrenden Somaliern beliebtes Hotel Ziel des Attentäters gewesen. Die Explosion hat umliegende Gebäude schwer beschädigt, berichtete ein dpa-Reporter, der sich zu der Zeit des Anschlags in der Nähe befand. Einige Gebäude seien ganz oder teilweise eingestürzt. In der Gegend befinden sich etliche Hotels, Geschäfte, Restaurants und Regierungsgebäude.