Explosion registriert? Neue Fragen zu Smolensk-Absturz

Der Absturz des Präsidentenflugzeugs im russischen Smolensk vor mittlerweile mehr als sieben Jahren beschäftigt weiter die polnische Öffentlichkeit.

„Wir haben in den Aufzeichnungen einer der beiden Flugschreiber den Moment einer Explosion entdeckt“, sagte der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz laut einem Bericht des Fernsehsenders TVP Info von heute. Diese Explosion habe das Flugzeug letztlich zerstört.

Russische Ermittler sahen Schuld bei Piloten

Man werde die Stelle nun weiter analysieren, um alle anderen Interpretationsmöglichkeiten auszuschließen, sagte Macierewicz. Der endgültige Untersuchungsbericht werde Ende Frühjahr 2018 vorgelegt.

Die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte vor eineinhalb Jahren eine neue Untersuchungskommission zu dem Unglück eingesetzt. Russische Ermittler hatten im Jahr 2011 einen Sprengstoffanschlag ausgeschlossen. Sie gaben den polnischen Piloten die Hauptschuld an dem Absturz der dreistrahligen Tupolew Tu-154, weil diese die Landung trotz schlechter Sichtverhältnisse gewagt hätten.

Polnischer Präsident starb

Bei dem Absturz am 10. April 2010 starben 96 Menschen, darunter auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski, der Zwillingsbruder des PiS-Chefs Jaroslaw Kaczynski. Die Delegation war auf dem Weg nach Katyn, um der Opfer eines stalinistischen Massakers an polnischen Offizieren im Zweiten Weltkrieg zu gedenken.