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Präsident macht Islamisten verantwortlich

Bei einem Selbstmordanschlag in Somalia sind am Wochenende mindestens 276 Menschen getötet worden. Das sagte Informationsminister Abdirahman Osman der Nachrichtenagentur AP. Vor einem Hotel in einem belebten Viertel der Hauptstadt Mogadischu sprengte sich ein Attentäter in einem Lastwagen in die Luft.

Ein Lastwagen raste laut Augenzeugen mit hoher Geschwindigkeit eine Straße entlang und überrollte im Stau stehende Motorräder sowie Autos. Sicherheitskräfte hatten versucht, auf den Fahrer zu schießen, er erreichte aber dennoch eine der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu und sprengte sich und den Wagen dort in die Luft.

Zerstörte Häuser

APA/AFP/Abdiwahab

Nach dem Anschlag in Mogadischu blieb nur ein Trümmerfeld übrig

Zu dem Anschlag am Samstag bekannte sich niemand, Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed machte aber die radikalislamische al-Schabab-Miliz verantwortlich. Er ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Mehrere Häuser zerstört

Etliche Opfer wurden am Sonntag aus den Trümmern der beschädigten Gebäude geborgen, sagte der Polizist Mohamed Dahir. Die meisten Opfer seien Zivilisten, sagte Mohamed Yusuf, ein Mitarbeiter des Madina-Krankenhauses, in das viele der Opfer gebracht wurden. Nach Angaben Dahirs starben auch mehrere Soldaten. Durch die Wucht der Explosion wurden mehrere Gebäude zerstört bzw. schwer beschädigt, darunter die diplomatische Vertretung von Katar.

Im betroffenen Viertel Hodan befinden sich zahlreiche Hotels, Restaurants und Geschäfte. Das Hotel Safari, vor dem der Lastwagen explodierte, ist bei Somaliern sehr beliebt, Regierungsvertreter sind dort aber nur selten anzutreffen.

Mit Al-Kaida verbündet

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete al-Schabab-Miliz kämpft in dem Land am Horn von Afrika seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates und hat sich den Sturz der von der internationalen Gemeinschaft unterstützten Regierung zum Ziel gesetzt.

Truppen der Afrikanischen Union (AU) hatten die Miliz 2011 aus Mogadischu vertrieben. Die bewaffneten Rebellen sind aber weiterhin im Land aktiv. Neben Angriffen auf somalische oder ausländische Militärstützpunkte verüben sie immer wieder auch Anschläge in Mogadischu.

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