HRW: Hunderte Rohingya-Dörfer niedergebrannt

Mindestens 288 Rohingya-Dörfer in Myanmar sind nach Angaben von Menschenrechtlern seit Ende August niedergebrannt worden. Satellitenbilder zeigten Zehntausende zerstörte Häuser, die vorwiegend von Angehörigen der muslimischen Minderheit bewohnt gewesen seien, teilte die Organisation Human Rights Watch (HRW) heute in New York mit.

In einigen Orten sei zu sehen, dass direkt neben zerstörten Rohingya-Siedlungen Dörfer der überwiegend buddhistischen Rakhine-Volksgruppe intakt geblieben seien.

Fast 600.000 geflüchtet

Nach Angriffen auf 30 Polizei- und Militärposten am 25. August durch eine Rohingya-Miliz hatte Myanmars Armee im Bundesstaat Rakhine nach eigenen Angaben „Räumungsoperationen“ durchgeführt. Seitdem flohen laut UNO-Angaben mehr als 580.000 Rohingya in das Nachbarland Bangladesch.

Menschen auf der Fluch in Myanmar

Reuters/Jorge Silva

Menschenrechtler werfen dem ehemaligen Burma eine „ethnische Säuberung“, also eine systematische Vertreibung der staatenlosen Minderheit, vor. Die Angaben lassen sich wegen des fehlenden Zugangs zur betroffenen Region bisher nicht unabhängig überprüfen.

Schwere Vorwürfe gegen Militär

„Das Militär hat Hunderte Rohingya-Dörfer zerstört sowie getötet, vergewaltigt und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, was die Rohingya dazu gezwungen hat, um ihr Leben zu fliehen“, sagte laut Mitteilung der stellvertretende Asiendirektor von HRW, Phil Robertson.