Belästigungsvorwurf: Amazon-Unterhaltungschef tritt zurück

Der Chef der Amazon Studios, Roy Price, ist im Zuge des Weinstein-Skandals zurückgetreten. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens gestern. Price wird vorgeworfen, eine Mitarbeiterin mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt zu haben.

Die ausführende Produzentin einer Amazon-Serie hatte Price im Magazin „Hollywood Reporter“ vorgeworfen, ihr 2015 in einem Taxi gesagt zu haben, sie werde seinen Penis lieben. Vor Kollegen auf einer Party habe er außerdem laut „Analsex“ in ihr Ohr gesagt. Vergangene Woche wurde der 50-Jährige suspendiert.

McGowan kritiserte auch Amazon-Chef Bezos

Das zum Onlineriesen Amazon gehörende Filmstudio arbeitete eng mit Hollywood-Mogul Harvey Weinstein zusammen. Die US-Schauspielerin Rose McGowan hatte auch Amazon-Chef Jeff Bezos öffentlich angegriffen: Sie habe Price „wieder und wieder“ gesagt, dass „HW“ sie vergewaltigt habe, ohne dass dieser reagiert habe.

Die Initialen HW hatte sie nicht aufgeschlüsselt, allerdings Weinstein in einem früheren Tweet in den Zusammenhang von Vergewaltigungen gerückt. „Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren“, schrieb die 44-Jährige an Bezos.

Weinstein tritt als Verwaltungsrat seiner Firma zurück

Unterdessen trat Weinstein auch als Verwaltungsrat seiner eigenen Firma zurück. Das berichteten US-Medien und beriefen sich auf eine Stellungnahme der Weinstein Company. Eine Woche zuvor hatte die Produktionsfirma Weinstein Company ihren Mitbegründer bereits als Vorstandschef gefeuert. Auch die Oscar-Akademie hatte Weinstein aus ihrem Verband ausgeschlossen.