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Alle Wahlkarten ausgezählt

10.160 Stimmen haben den Grünen für den Verbleib im Parlament gefehlt. Das geht aus dem am späten Donnerstagabend von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) verkündeten Endergebnis der Nationalratswahl vor. Zuvor waren die in „fremden“ Wahlkreisen abgegeben Wahlkarten noch ausgezählt worden. Große Änderungen gab es erwartungsgemäß nicht mehr.

Die Grünen blieben - auch inklusive Briefwahlstimmen - deutlich unter der Vierprozenthürde für den Verbleib im Nationalrat. Sie landeten bei 3,80 Prozent. Das ist ein Verlust von 8,62 Prozentpunkten gegenüber 2013 - und aller 24 Mandate, die sie damals geholt hatten.

ÖVP vor SPÖ und FPÖ

Die ÖVP eroberte mit 31,47 Prozent (plus 7,48) und 62 Mandaten den ersten Platz. Die SPÖ rückte durch die Briefwahlauszählung am Montag auf den zweiten Platz vor - und liegt jetzt mit 26,86 Prozent (plus 0,04) und 52 Mandaten deutlich vor der FPÖ. Deren Stimmenanteil fiel mit den letzten Wahlkarten unter 26 Prozent, auf 25,97 Prozent (plus 5,46), sie stellt künftig 51 Abgeordnete. NEOS ist mit zehn Mandaten (5,30 Prozent), die Liste Pilz mit acht Mandaten (4,41 Prozent) im nächsten Nationalrat vertreten. Die Grünen müssen nach 31 Jahren das Parlament verlassen.

Endergebnis der Nationalratswahl 2017

ORF.at

Erwartungsgemäß nicht ins Parlament geschafft haben es die vier weiteren bundesweit angetreten Parteien. Die Liste Gilt von Kabarettist Roland Düringer schaffte immerhin knapp ein Prozent, die KPÖ erreichte rund 0,8 Prozent. FLÖ und Weiße kamen über knapp 0,2 Prozent nicht hinaus.

Noch nicht amtlich

Das Gesamtergebnis ist mit der Auszählung der Wahlkarten komplett - aber noch nicht amtlich. Das wird es erst, wenn es nach der Sitzung der Bundeswahlbehörde am 31. Oktober verlautbart wird. Danach können Kandidaten - binnen vier Wochen - beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) die Aufhebung bzw. Neuaustragung wegen Rechtswidrigkeiten im Wahlverfahren beantragen.

Wahlbeteiligung genau 80 Prozent

Mit den Wahlkarten und Briefwahlstimmen stieg die Beteiligung auf genau 80 Prozent, das ist gegenüber 2013 ein Plus von 5,09 Prozentpunkte - der größte Zuwachs der Zweiten Republik. Nicht nur mit dem Zuwachs bei der Wahlbeteiligung, sondern auch bei der Briefwahl wurde bei dieser Nationalratswahl ein Rekord aufgestellt: 795.763 Stimmen wurden per Briefwahl oder Wahlkarte (in „fremden“ Wahlkreisen) abgegeben, 790.606 davon waren gültig.

Ausgezählt wurden am Donnerstag von den neun Landeswahlbehörden noch eben jene 37.339 Stimmen (37.109 davon gültig), die am Sonntag per Wahlkarte oder Briefwahl in „fremden“ Wahlkreisen abgegeben wurden.

Keine Verschiebungen in den Ländern

Nur mehr marginale Veränderung brachte die Auszählung auch bei den Landesergebnissen. Im Burgenland hielt die SPÖ ihren hauchdünnen Vorsprung auf die ÖVP, 212 Stimmen liegen zwischen den beiden Parteien. In den meisten Ländern konnten die „Kleinen“, also NEOS, Grüne und Liste Pilz noch im Promillebereich zulegen. In Salzburg sprangen die Grünen noch über die Vierprozentmarke, genutzt hat das freilich nichts - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

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