Weltweite Weinproduktion auf 50-Jahres-Tief

Die weltweite Weinproduktion ist in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als 50 Jahren gefallen. Laut einer ersten Schätzung der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) kamen die Winzer insgesamt auf rund 247 Millionen Hektoliter - 8,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Das sei das niedrigste Ergebnis seit 1961, sagte Generaldirektor Jean-Marie Aurand heute in Paris. Der Grund sei vor allem der Frost, der im Frühjahr wichtige europäische Anbaugebiete getroffen hat.

Starke Einbußen bei Weltmarktführern

Die drei größten Produktionsländer der Welt - Italien, Frankreich und Spanien - fuhren allesamt historisch schlechte Ernten ein. Die italienischen Winzer verzeichneten Einbußen von fast einem Viertel der Weinmenge (minus 23 Prozent), konnten aber die Führung in der Rangliste der größten Weinproduzenten halten.

Der Zweitplatzierte Frankreich produzierte fast ein Fünftel weniger als im Vorjahr, in Spanien gab es ein Minus von 15 Prozent. Die drei Spitzenreiter stehen zusammen für gut 44 Prozent der weltweiten Weinproduktion.

Die USA als weltweite Nummer vier hatten dagegen keine nennenswerten Einbußen, allerdings seien die Folgen der Waldbrände in Kalifornien Anfang Oktober noch nicht berücksichtigt, schränkte die OIV ein. Australien und Argentinien konnten sogar mehr Wein produzieren als im Vorjahr.

Guter Jahrgang in Österreich

In Europa zählen Portugal, Rumänien, Ungarn und Österreich zu den Gewinnern. Die hiesige Weinernte sollte rund 2,3 Millionen Hektoliter betragen und damit im Schnitt der letzten zehn Jahre liegen, sagte kürzlich Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager. Die Qualität dürfte sehr gut sein.