Museen geben historische Fotos von Aborigines zurück

Mehrere Museen in Europa haben historische Aufnahmen von Aborigines aus dem 19. und 20. Jahrhundert zurückgegeben. Das Projekt geht auf eine Initiative der University of Western Australia in der Stadt Perth zurück, die sich seit zehn Jahren darum bemüht.

Die Aufnahmen entstanden vor allem auch, weil manche Ethnologen befürchtet hatten, dass es die Aborigines nicht mehr lange geben werde.

Als bedrohte „Kuriosität“ gesehen

Australiens Ureinwohner hatten den Kontinent schon vor mehreren zehntausend Jahren besiedelt. Heute gibt es noch knapp eine halbe Million von ihnen. Die Fotos stammen unter anderem aus dem Volkenkunde-Museum in Leiden (Niederlande), dem Musee du Quai Branly in Paris sowie dem Pitt Rivers Museum in Oxford und dem Museum of Archaeology and Anthropology in Cambridge. Auf einigen Bildern sind auch Aborigines in Ketten zu sehen.

Die Forscherin Donna Oxenham brachte vor Kurzem Fotos zu Aborigines-Familien in der abgelegenen Region Kimberley zurück. „Viele der frühen Forscher haben Aborigines als kulturelle Kuriosität betrachtet“, sagte sie im australischen Fernsehsender ABC. „Manche dachten, dass sie eine aussterbende Rasse seien, die in der westlichen Welt nicht überleben könne. Deshalb haben sie so viele Aufnahmen gemacht wie möglich.“