Kurz glaubt an EU-freundliches Kabinett mit FPÖ

Der mit der Regierungsbildung beauftragte ÖVP-Chef Sebastian Kurz ist fest davon überzeugt, im Bündnis mit der FPÖ ein europafreundliches Kabinett aufbauen zu können. „Meine Regierung wird europagesinnt sein oder sie wird es nicht geben“, versicherte Kurz im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Freitag-Ausgabe).

„Genug Erfahrung“

„Mit der FPÖ sind wir durch den gemeinsamen Wunsch nach einem tiefgreifenden Wandel in Österreich geeint“, sagte der ÖVP-Chef. „Bei den Verhandlungen werde ich klar die Bedingung stellen, dass das Regierungsprogramm meinen Grundwerten und meinen europaorientierten Überzeugungen entspricht“, so Kurz.

„Seit vier Jahren bin ich Außenminister. Jeder weiß, dass ich europafreundlich gesinnt bin und ich diesbezüglich stark engagiert bin. Das werde ich auch in Zukunft sein“, sagte Kurz. Österreich werde seine EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 nutzen, um EU-Reformen neuen Schwung zu verleihen.

Südtirol als „Modell für Europa“

Er hob die exzellenten Beziehungen zu Italien hervor. „Die Beziehung zwischen unseren beiden Ländern zementiert sich ganz besonders in Südtirol ein. Italien ist ein Land, das mir persönlich am Herzen liegt“, sagte Kurz. Die Südtiroler Autonomie müsse als „Modell für ganz Europa“ gestärkt werden.

Kurz begrüßte den Rückgang bei den Migrantenankünften auf Sizilien, Europa sei damit jedoch in der Flüchtlingspolitik und beim Grenzschutz immer noch nicht am Ziel. „Der zentrale Punkt ist, dass Migranten nicht in die EU gelangen sollen“, sagte Kurz.