UNO prangert Aushungern von Zivilisten in Syrien an

Syrien begeht im Kampf gegen Aufständische nach UNO-Angaben womöglich Verbrechen gegen die Menschlichkeit. „Ich erinnere alle Seiten daran, dass das absichtliche Aushungern von Zivilisten als Mittel der Kriegsführung die internationalen humanitären Gesetze verletzt und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und/oder ein Kriegsverbrechen sein könnte“, teilte der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, heute in Genf mit.

Er bezog sich auf die verheerende Situation der mindestens 350.000 Menschen der Region Ostghuta östlich von Damaskus, die seit vier Jahren von Regierungstruppen belagert wird. Zwischen Jänner und September habe die Regierung drei Viertel aller Gesuche, die eingeschlossenen Menschen mit humanitärer Hilfe zu versorgen, abgelehnt.

Zuletzt erreichte Ende September ein UNO-Konvoi das Gebiet. Hussein verwies auf Bilder schwer unterernährter Kinder aus dem Gebiet. Er sprach von einer „Schandtat“. In Ostghuta behinderten aber auch Aufständische die Arbeit humanitärer Helfer.