Mehlstreit zwischen Kosovo und Serbien

Zwischen Serbien und dem Kosovo tobt ein Mehlstreit. Prishtina hatte Anfang der Woche eine Schutzgebühr in der Höhe von 40 Euro pro Tonne für Mehlimporte aus Serbien eingeführt. Serbiens Regierung legte nun deswegen Protest bei den kosovarischen Behörden und der UNO-Mission (UNMIK) in Prishtina ein und verlangt die Aufhebung der Schutzgebühr.

Das kosovarische Handelsministerium hatte sich für die Schutzmaßnahme nach einer Beschwerde der Mühlenverbandes und einer Mehlvertriebsfirma entschlossen. Sie hatten darauf hingewiesen, dass die Mehlimporte aus Serbien unter dem Marktwert bzw. unter dem Produktionswert angeboten würden.

Serbien dementiert Preisdumping

Serbiens Handelsminister Rasim Ljajic bestritt die Angaben der kosovarischen Behörden. Nach seinen Worten würde Mehl zu „fast identischem“ Preis auch nach Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro ausgeführt. Dort habe es bisher keine Beschwerden gegeben, so Ljajic.

Der einzige Preisunterschied könnte seiner Meinung nach aufgrund von Transportkosten entstehen. So würden die Mehlexporte nach Albanien etwas teurer als jene in das Kosovo ausfallen.

Ljajic gab nicht an, zu welchem Preis Mehl exportiert wird. In Serbien ist ein Kilo Mehl in den Geschäften um etwa 0,50 Euro zu haben. Das gesamte Handelsvolumen zwischen Serbien und dem Kosovo beläuft sich auf 400 Mio. Euro jährlich, wobei ein Großteil auf die Exporte Serbiens entfällt.