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Actionreiche Achterbahnfahrt

Im Marvel-Kinouniversum ist der Donnergott Thor (Chris Hemsworth) ein Aufschneider mit übergroßem Selbstbewusstsein und dem mächtigsten Hammer des Universums. In „Thor: Tag der Entscheidung“ bekommt er es dieses Mal mit einer ebenbürtigen Gegnerin zu tun: Hela (Cate Blanchett), der Göttin des Todes.

Als Erstgeborene des Göttervaters Odin hat Hela Fähigkeiten, die jene ihres Bruders Thor und Adoptivbruders Loki (Tom Hiddlestone) in den Schatten stellen. Nach jahretausendelanger Gefangenschaft kommt sie frei und sinnt auf Rache. Nichts weniger als Ragnarok, die Götterdämmerung, will sie einleiten. Um ihren Plan in Ruhe in die Tat umsetzen zu können, nimmt sie Thor kurzerhand gefangen, beraubt ihn seiner Waffe und verbannt ihn ans andere Ende des Universums, wo er als Gladiator in der Arena bestehen muss.

Gladiatorenkämpfe gegen alte Bekannte

„Thor: Tag der Entscheidung“ ist der dritte der geplanten sieben Einzelfilme über den nordischen Gott. Bei den Avengers ist Thor ja ebenfalls mit von der Partie. Und wie immer im Marvel-Universum, dessen Kinoableger Teil der Disney-Studios ist, bleibt ein Comicheld selten allein. Und so spielt Hulk (Mark Ruffalo) eine nicht unwesentliche Rolle als Thors prügelnder Kumpan.

Szene aus "THOR: RAGNAROK"

Marvel Studios 2017

Hela will die Götterdämmerung einleiten und Asgard vernichten

Der neuseeländische Regisseur Taika Waititi, der 2014 mit seiner Vampirgroteske „5 Zimmer Küche Sarg“ für Aufsehen sorgte, hat die Göttersaga von unnötigem Ballast und Tiefgang befreit und konzentriert sich ganz auf die Schauwerte und Skurrilitäten. Nordische Mythologie lässt er auf Pop-Art treffen. Led Zeppelin liefern mit ihrem Hardrock-Klassiker „Immigrant Song“ von 1970 die Hymne für die actionreiche Achterbahnfahrt.

Ein optisches Update hat Waititi auch der Titelfigur verpasst: Statt Wikingerperücke trägt Thor seine Haare kurz. Die Familie des Donnergottes stellt der Neuseeländer als zerstrittene Chaotentruppe dar. Anthony Hopkins verkörpert den Göttervater Odin als Althippie. Loki ist wieder einmal oberster Intrigant, Hela sowieso das Böse in Person. Neuzugang Tessa Thompson brilliert als trinkfeste wie kampferprobte Valkyrie, Jeff Goldblum als irrer Diktator.

Szene aus "THOR: RAGNAROK"

Marvel Studios 2017

Hulk, Thor, Valkyrie und Loki (von links)

Unglücklicher Hemsworth

Die Vorfreude der Fans auf den neuen „Thor“-Film war offenbar schon Monate vor dem Kinostart groß: Der im April veröffentlichte erste Trailer zu „Thor: Ragnarock“ wurde binnen 24 Stunden mehr als 136 Mio. Mal aufgerufen, was nicht nur einen Rekord für die Marvel Studios, sondern auch für die Mutterfirma Disney insgesamt bedeutet.

Schauspieler Hemsworth ist mit seiner Rolle des Donnergotts Thor in den Verfilmungen der Marvel-Comics nicht immer glücklich. „Ich muss gestehen: Nachdem ich mir die letzten beiden Filme angesehen habe, fand ich Thor doch ein bisschen öde“, sagte der 34-Jährige dem „Playboy“. Dass er dieses Mal ohne Perücke auftreten darf, habe er als Befreiung empfunden, sagte der Australier. Aber auch wenn es Hemsworth vielleicht anders sieht: „Thor: Tag der Entscheidung“ ist solides Unterhaltungskino und vor allem dank Blanchetts Hela-Darstellung sehenswert.

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