Berichte über Tote bei Protesten in Eritrea

Bei Protesten im extrem abgeschotteten ostafrikanischen Eritrea sind einer Oppositionsgruppe zufolge Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. Mindestens 28 Menschen seien ums Leben gekommen und rund 100 verletzt worden, sagte heute Nasredin Ali, der Sprecher der in Äthiopien angesiedelten Vereinigung Rotes Meer Afar Demokratische Organisation (RSADO).

Eritreas Informationsminister, Yemane Meskel, erklärte dagegen auf Twitter, es habe lediglich eine kleine Demonstration in der Hauptstadt Asmara ohne Opfer gegeben. Die US-Botschaft in Asmara erklärte, es gebe Berichte von Schüssen in mehreren Stadtteilen wegen Protesten.

Die Regierung des Landes wollte Ali zufolge die Leitung über eine muslimische Schule übernehmen. Die Gemeinde habe sich aber geweigert, woraufhin mehrere Menschen festgenommen worden seien. Daraufhin sei es Anfang der Woche zu Protesten gekommen.

Repressive Regierung

Die Regierung Eritreas gilt als eine der repressivsten der Welt. Die UNO wirft dem Staat systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Zehntausende Menschen sind bisher in die Nachbarländer und nach Europa geflohen.

In Eritrea gibt es weder eine Opposition noch eine freie Presse, das Land steht auf dem Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen von 180 Ländern an vorletzter Stelle.