Ferrero in Deutschland zu mehr Transparenz verurteilt

Das Frankfurter Landgericht verlangt vom Süßwarenhersteller Ferrero genauere Mengenangaben auf der Verpackung seines Konfekts „Raffaello“. Das Unternehmen müsse die Stückzahl nennen, die Angabe in Gramm helfe Konsumenten nicht, heißt es in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil. Ferrero legte bereits Berufung dagegen ein.

Konsumentenschützer sehen EU-Recht verletzt

„Verbraucher müssen die Anzahl entweder sehen können, oder sie muss auf der Verpackung stehen. Nur so können sie unserer Ansicht nach die Menge richtig einschätzen“, sagte Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen gestern in Frankfurt. Die Konsumentenschützer hatten Ferrero nach der Beschwerde eines hessischen Verbrauchers abgemahnt.

Die EU-Lebensmittelverordnung verpflichte Hersteller, neben der Nettofüllmenge auch die Stückzahl offenzulegen, wenn sie mehrere einzeln verpackte Pralinen, Schokoriegel oder Eiscremeportionen in einer Verpackung anbieten, erklärten die Konsumentenschützer.

Urteil für Ferrero an „Praxis vorbei“

Das Gericht stufte die Umhüllung der Raffaello-Pralinen als Einzelverpackung ein. Ferrero argumentierte, es handle sich um eine Trennhilfe - vergleichbar etwa mit dem Einwickelpapier von Zuckerln.

Ferrero legte nach eigenen Angaben gegen das Urteil vom 11. Oktober Berufung ein. „Die Umsetzung eines solchen Urteils ginge an der Praxis vorbei und hätte Auswirkungen auf die gesamte Süßwarenindustrie“, begründete das Unternehmen auf Anfrage.

„Um für Ferrero und auch die Branche Rechtssicherheit herzustellen und eine praxisgerechte Entscheidung zu erreichen, liegt der Fall nun dem Oberlandesgericht Frankfurt zur Überprüfung vor“, so das Unternehmen.