Trump schließt Treffen mit Kim Jong Un nicht aus

Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nicht ausgeschlossen. „Ich würde mich mit jedem zusammensetzen“, sagte Trump in einem gestern ausgestrahlten Interview der US-Fernsendung „Full Measure“. Er sei „natürlich offen“ für ein derartiges Treffen, es sei dafür aber noch „viel zu früh“. Zunächst müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden.

Trump äußerte sich zu Beginn seiner knapp zweiwöchigen Asienreise. „Ich denke, sich mit jemandem hinzusetzen ist keine schlechte Sache“, sagte Trump. Das sei kein Zeichen von „Stärke oder Schwäche“. Er treffe sich mit vielen Menschen, sagte er mit Verweis auch auf die zahlreichen Treffen mit asiatischen Staats- und Regierungschefs während seiner Reise.

Bereits im Mai hatte Trump ein Treffen mit Kim unter bestimmten Bedingungen nicht ausgeschlossen. Seitdem verschärfte sich jedoch der Ton. Im September drohte Trump Nordkorea in einer Rede vor den Vereinten Nationen (UNO) mit dessen „völliger Zerstörung“. Verhandlungen mit Pjöngjang über dessen Atom- und Raketenprogramm tat er als Zeitverschwendung ab. Den Machthaber Kim bezeichnete Trump mehrfach als geisteskranken „kleinen Raketenmann“. Kim konterte, Trump sei ein „geistig umnachteter seniler Amerikaner“.

„Wir wollen Putins Hilfe bei Nordkorea“

Auf dem nahe Tokio gelegenen Yokota-Luftwaffenstützpunkt übte sich Trump erneut in harter Rhetorik. „Kein Diktator, kein Regime, keine Nation sollte jemals die Entschlossenheit der Amerikaner unterschätzen“, sagte er gestern nach der Ankunft in Japan.

Der Konflikt mit Nordkorea ist eines der zentralen Themen von Trumps zwölftägiger Asienreise, auf der er auch Halt in Peking machen soll. China ist Nordkoreas wichtigster Unterstützer. Darüber wird er auch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio sprechen. Trump sagte zudem, er gehe davon aus, dass allgemein auch ein Treffen zwischen ihm und Russlands Präsident Wladimir Putin erwartet werde. „Yeah, wir wollen Putins Hilfe bei Nordkorea.“ Daneben will der US-Präsident auch über Wirtschaftsbeziehungen sprechen. Handel sei in der Region jahrelang „schlecht gehandhabt“ worden, sagte er bereits auf dem Flug nach Japan.