Kickl: Besuch auf Krim keine offizielle FPÖ-Reise

Bei dem Besuch des künftigen FPÖ-Nationalratsabgeordneten Hans-Jörg Jenewein und des Linzer Vizebürgermeisters Detlef Wimmer (FPÖ) auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim habe es sich um keine offizielle Delegation gehandelt, gab FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl gestern bekannt. Die beiden Politiker hätten keine außenpolitischen Funktionen innerhalb der FPÖ.

Sie seien auch nicht Mitglied des Vereins der „Freunde der Krim“, stellte Kickl anderslautenden Medienberichten entgegen. Die mediale Aufregung nannte er einen „Sturm im Wasserglas“. „Ich sehe in dieser Reise einen persönlich motivierten Beitrag der Mandatare dazu, für eine friedliche Entschärfung des Konflikts die Türen in alle Richtungen offen zu halten“, so der Nationalratsabgeordnete. Die Organisatoren der Krim-Konferenz würden seit deren Bestehen ausgewählte Personen aus verschiedenen Nationen einladen.

Kritik aus der ÖVP

Hans Winkler, ehemaliger ÖVP-Staatssekretär im Außenamt und früherer Leiter der Diplomatischen Akademie in Wien, twitterte, die FPÖ-Reise auf die Krim unterstreiche, warum Sebastian Kurz (ÖVP) das Ministerium nicht aufgeben dürfe. Ein FPÖ-Außenminister würde Österreich großen Schaden zufügen und in der EU isolieren.

ÖVP-Chef Kurz zeigte sich über den Besuch ebenfalls nicht erfreut. Er vertrete eine „gänzlich andere Meinung“ als die beiden FPÖ-Politiker, sagte er gestern. Die österreichische Position liege weiter auf Linie mit der Position der EU, so Kurz.