Appell für rauchfreie Lokale in offenem Brief an Kurz

Hochrangige Vertreter des heimischen Gesundheitswesens haben in einem gemeinsamen offenen Brief an ÖVP-Chef Sebastian Kurz appelliert, am beschlossenen Rauchverbot in der Gastronomie nicht zu rütteln.

Eine Analyse von Nichtraucherschutzgesetzen in 21 Ländern zeige für die gesamte Bevölkerung Vorteile, betonten unter anderen Ärztekammer-Funktionäre, Wissenschaftler, Ärzte und Patientenvertreter.

„Wir sind sehr besorgt, dass Sie Ihr Wahlversprechen zur Einführung von rauchfreien Lokalen ab Mai 2018 möglicherweise nicht einlösen“, heißt es in dem Brief. Rauchfreie lokale „sind notwendig“ und „stärken die Wirtschaft“, der Schritt, das Rauchen in Lokalen nun auch in Österreich zu untersagen, sei „längst überfällig“.

Unterzeichner sehen fatalen Rückschritt

Es gebe „kaum Maßnahmen, deren Nutzen wissenschaftlich so klar belegt ist wie Nichtraucherschutz. Österreich darf in dieser wichtigen Angelegenheit nicht noch weiter zurückfallen“, so Gerald Gartlehner, Professor für evidenzbasierte Medizin an der Donau-Universität Krems, anlässlich das Appells.

Bereits unmittelbar nach der Umsetzung würden sich Herzinfarkte reduzieren und Frühgeburten sowie Asthma bei Kindern zurückgehen. Die Wiener Ärztekammer wies darauf hin, dass „ein Drittel aller Krebserkrankungen auf Rauchen zurückzuführen ist“. Die bereits beschlossenen „rauchfreien Lokale“ nach über einem Jahrzehnt zäher Verhandlungen noch zu kippen wäre deshalb ein fataler gesundheitspolitischer Rückschritt.