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„Sehr aufregende Saison“

Von Leonardo da Vinci bis hin zu einem Ferrari, in dem Michael Schumacher 2001 den Grand Prix von Monaco gewonnen hat - bei den diesjährigen New Yorker Herbstauktionen ist wohl für jeden Geschmack etwas dabei. Aber es wird immer teurer, wie sich schon jetzt gezeigt hat - auch abseits von „Salvator Mundi“.

Gleich mit mehreren Rekorden sind die New Yorker Herbstauktionen in die diesjährige Saison gestartet. Teuerstes Werk war in der Nacht auf Mittwoch bei Christie’s das Gemälde „Laboureur dans un champ“ des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh (1853 bis 1890), das nach Angaben des Auktionshauses für rund 81 Millionen Dollar (rund 70 Mio. Euro) versteigert wurde - rund 20 Millionen Dollar mehr als zuvor erwartet. Das Gemälde „Contraste de formes“ von Fernand Leger (1881 bis 1955) brachte rund 70 Millionen Dollar - Auktionsrekord für den französischen Künstler.

"Contraste de formes" von Fernand Leger

APA/AFP/Francois Guillot

Legers Gemälde „Contraste de formes“ wechselte für 70 Millionen Dollar den Besitzer

Ein russischer Sammler ersteigerte nach Angaben des Auktionshauses Sotheby’s in der Nacht auf Mittwoch ein Gemälde von Marc Chagall (1887 bis 1985) für 28,5 Millionen Dollar (rund 24 Mio. Euro) - das ist ein neuer Rekord für den französischen Künstler. Das 1928 entstandene Werk „Les Amoureux“ zeigt Chagall und seine Muse Bella Rosenfeld als Liebespaar und war zuvor fast 90 Jahre lang in derselben Privatsammlung gewesen. Der bisherige Auktionsrekord für ein Bild von Chagall lag bei 14,9 Millionen Dollar, die 1990 sein Gemälde „Anniversaire“ brachte.

Insgesamt versteigerte Sotheby’s in der Nacht auf Mittwoch Werke für rund 270 Millionen Dollar, darunter beispielsweise auch Bilder von Claude Monet (1840 bis 1926) und Pablo Picasso (1881 bis 1973). Christie’s versteigerte impressionistische und moderne Kunst und erzielte am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch rund 50 Millionen Dollar, unter anderem mit Werken von Monet und Georges Braque.

Ein neuer Rekord wurde auch für den deutschen Künstler Emil Nolde (1867 bis 1956) aufgestellt. Sein Bild „Indische Tänzerin“ wurde für rund 5,3 Millionen Dollar versteigert, fast doppelt so viel wie zuvor erwartet.

Bierstedt-Bild für 2,2 Millionen Dollar

Selbst auf Nebenschauplätzen wurde viel Geld umgesetzt. Das Landschaftsgemälde „Indians Crossing the Columbia River“ des in Deutschland geborenen und später in die USA ausgewanderten Künstlers Albert Bierstadt (1830 bis 1902) wurde für rund 2,2 Millionen Dollar versteigert.

Die Kunstexpertin Marion Maneker erklärte gegenüber der dpa: „Der Markt hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren weg von der Jagd nach den spektakulären Trophäen in zwei- oder dreistelligen Millionenbeträgen entwickelt und hin zu aggressivem Bieten auf hochqualitative Werke von bisher übersehenen modernen oder zeitgenössischen Künstlern.“

Kunstmarkt „ungewöhnlich aktiv“

Der Kunstmarkt sei also „ungewöhnlich aktiv“, aber die Gesamtverkaufszahlen niedriger. Die politische Situation in den USA mit dem umstrittenen Präsidenten Donald Trump habe bisher keinen nennenswerten Einfluss auf den Kunstmarkt gezeigt.

Es sei eine „sehr aufregende Saison“ mit einer „guten Balance“, sagte auch Kunstexperte Simon Shaw vom Auktionshaus Sotheby’s, das unter anderem einen Ferrari anbietet, mit dem Schumacher 2001 den Großen Preis von Monaco gewann. Rund vier Millionen Dollar erwartet Sotheby’s dafür. „Wir haben zahlreiche Werke, die genau zum heutigen Geschmack passen, und ich glaube, dass wir deswegen großartige Ergebnisse sehen werden.“

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