Argentinischer Filmmusikkomponist Bacalov tot

Der argentinische Filmmusikkomponist Luis Enrique Bacalov, Oscar-Preisträger für die Musik zum Film „Der Postmann“ von Massimo Troisi, ist gestern Abend in einem römischen Krankenhaus gestorben. In den vergangenen Tagen hatte der 84-Jährige einen Hirnschlag erlitten.

Luis Bacalov

APA/AFP/FranciscoLeong

Der im argentinischen San Martin 1933 geborene Bacalov begann seine Karriere in Italien, wo er den Meister italienischer Filmmusik, Ennio Morricone, kennenlernte. Mit Morricone verband ihn eine langjährige Freundschaft. Anfang der 1960er Jahre begann er als Arrangeur und Komponist beim Film zu arbeiten.

Oscar für „Der Postmann“

Für „Das erste Evangelium Matthäus“ von Regisseur Pier Paolo Pasolini war Bacalov 1967 für den Oscar nominiert. In den 60er und 70er Jahren schrieb Bacalov die Musik für zahlreiche Italowestern, neben „Django“ mit Franco Nero in der Hauptrolle unter anderem für „Drei Vaterunser für vier Halunken“ mit Lee Van Cleef sowie den Titelsong für die Bud-Spencer-Westernkomödie „Der Dicke in Mexiko“.

In den 80er Jahren arbeitete Bacalov vor allem für Fernsehproduktionen. 1996 erhielt er den Oscar für „Der Postmann“, nachdem zuvor Morricone das Angebot, die Musik für den Film zu schreiben, abgelehnt hatte. 2003 verwendete Quentin Tarantino zwei Italowesterntitel von Bacalov für seine beiden Teile von „Kill Bill“. 2012 verwendete Tarantino das Titellied von „Django“ für seine Hommage an das Westerngenre, „Django Unchained“.