OGH-Urteil: Unterhaltspflicht trotz Klostereintritts

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Ein Vater, der in ein Kloster eintritt, muss trotzdem für den Unterhalt seiner Kinder aufkommen. Das stellte der Oberste Gerichtshof (OGH) fest und ließ damit einen Mann mit seinem Antrag abblitzen, ihn als Mönch von Zahlungen für seine Tochter zu befreien. Der OGH bestätigte damit Entscheidungen erster und zweiter Instanz.

Der Vater war früher als Werkmeister tätig, bezog zuletzt Arbeitslosen- bzw. Krankengeld und war zu einer monatlichen Unterhaltsleistung von 300 Euro verpflichtet. Nach seinem Eintritt in ein Kloster beantragte er, ihn von seiner Unterhaltsverpflichtung zu entheben. Dieses Ansinnen lehnten die Gerichte ab.

Solange der Vater kein Einkommen erzielt, kann das Kind Unterhaltsvorschuss vom Staat beziehen, ergänzte OGH-Sprecher Christoph Brenn. Der Staat wird sich allerdings bemühen, dass er den Vorschuss zurückerhält - sei es, indem er auf ein eventuell vorhandenes Vermögen zurückgreift, sei es, indem er den Vater zur Kasse bitte, falls sich dieser nach ein paar Jahren als Mönch doch wieder für ein weltliches Leben inklusive Berufstätigkeit entscheiden sollte. Wenn der Vater ohne Einkommen bleibt und kein Vermögen hat, gibt es für den Staat allerdings nichts zu holen.