Trump gegen Übernahme von Time Warner durch AT&T

US-Präsident Donald Trump hat seine Ablehnung der geplanten milliardenschweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomriesen AT&T bekräftigt. „Ich werde mich nicht in Rechtsstreitigkeiten einmischen, aber persönlich habe ich immer das Gefühl gehabt, dass das ein Deal ist, der kein guter Deal für das Land ist.“ Trump hatte die geplante Transaktion bereits während des Wahlkampfs kritisiert.

AT&T will vor Gericht ziehen

Der US-Telekomkonzern AT&T will nun die Übernahme von Time Warner vor Gericht durchboxen. AT&T-Prozessanwalt Dan Petrocelli sagte dem Sender CNBC gestern, dass das Fusionsvorhaben keine Bedrohung für die Verbraucher darstelle. Die Klage des Justizministeriums sei deshalb „töricht“.

„Wir werden so bald wie möglich vor Gericht gehen“, sagte Petrocelli. Die Beweispflicht liege bei der Regierung. Es ist das erste Mal, dass sich die neue US-Regierung einer größeren Übernahme in den Weg stellt.

Kritik an Trump wegen CNN

AT&T will Time Warner - Heimat auch des Kabelsenders HBO und des Filmstudios Warner Bros - für 85,4 Mrd. Dollar (71,7 Mrd. Euro) kaufen. Der Konzern will sich damit unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen Druck ausüben.

Kritiker werfen der Regierung von Präsident Trump vor, mit dem staatlichen Einschreiten vor allem die Abspaltung des Senders CNN betreiben zu wollen. CNN gilt seit Monaten als „Feindsender“ Trumps. CNN gehört zur Time-Warner-Tochter Turner.

Außerdem gilt die Fusion als Dorn im Auge von Trumps Freund und Unterstützer Rupert Murdoch. Die Unternehmensgruppe 21st Century Fox des Medienzaren konkurriert mit Time Warner auf mehreren Gebieten, unter anderem auch bei Hollywood-Film- und -Fernsehproduktion und deren Weiterverwertung.