Weitere Ex-Skiläuferin berichtet über Missbrauch

Nach der ehemaligen österreichischen Abfahrtsmeisterin Nicola Werdenigg hat nun eine weitere Skisportlerin schwere Vorwürfe erhoben. Gegenüber dem „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) berichtete die frühere Weltcup-Läuferin anonym von Übergriffen und Gewalt.

Werdenigg hatte zuvor im „Standard“ von zahlreichen Übergriffen in ihrer aktiven Zeit bis 1981 erzählt. Sie berichtete unter anderem von einer Vergewaltigung durch einen Mannschaftskollegen, sexualisierter Gewalt durch „Trainer, Betreuer, Kollegen und Serviceleute“ und systematischem Machtmissbrauch.

„Wurde in Zimmer gezerrt“

„Ich kann das nur bestätigen, und zwar zu hundert Prozent“, sagte nun die zweite Sportlerin, deren Name der Redaktion bekannt sei. „Ich stehe zu Nicola, damals ist jeder irgendetwas passiert“, so die Frau. Sie selbst habe sich „mit Händen und Füßen wehren“ müssen.

Bei einem Vorfall sei das Team in Übersee gewesen. „In unserem Hotel ging ich am helllichten Tag über den Gang, als sich eine Tür öffnete, ich von einem Trainer gepackt und in ein Zimmer gezerrt wurde. Er sagte, ich sei heute dran.“ Im Raum sei noch ein weiterer Mann gewesen. „Ich wurde aufs Bett geworfen, sie waren betrunken, es war ganz brutal“, so die frühere Rennläuferin. Sie habe den Übergriff abwehren können, sich dabei aber "fast die Hand gebrochen“, wird sie zitiert.

ÖSV reagierte

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) reagierte auf Werdeniggs Missbrauchsvorwürfe gestern. „Wenn jetzt so etwas vorfallen würde, würden wir dazwischenfahren und kurzen Prozess machen“, sagte Peter Schröcksnadel, seit 1990 ÖSV-Präsident, gegenüber dem „Standard“.

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