Hälfte der Sportlerinnen von sexualisierter Gewalt betroffen

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Der Fall Werdenigg ist alles andere als ein Einzelfall. Eine deutsche Studie zeigt, dass im Spitzensport fast die Hälfte aller Athletinnen von sexualisierter Gewalt betroffen ist. Expertinnen erklären, was man dagegen tun kann.

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Verein sieht Handlungsbedarf bei ÖSV

Auch im Österreichischen Skiverband (ÖSV) dürften sexueller Missbrauch und Belästigung in den 1970er Jahren weit verbreitet gewesen sein. Das legen die Aussagen einer zweiten Ex-Skikrennläuferin nahe, die gegenüber dem „Standard“ nun ihr Schweigen brach.

„Ich kann das nur bestätigen, und zwar zu hundert Prozent“, sagte die Sportlerin bezüglich der Aussagen ihrer damaligen Teamkollegin Nicola Werdenigg und schilderte, was ihr angetan wurde. Der Verein 100 Prozent Sport, der als Anlaufstelle für Opfer fungiert, sieht Handlungsbedarf beim ÖSV - der reagierte mit ersten Maßnahmen.

Mehr dazu in Bundesportverband will „Druck machen“

US-Mannschaftsarzt gibt sexuellen Missbrauch zu

In den USA bekannte sich unterdessen der frühere Mannschaftsarzt der US-Turnerinnen, Larry Nassar, im Prozess wegen zahlreicher Fälle von sexuellem Missbrauch teilweise schuldig. Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Gericht von Lansing im Bundesstaat Michigan erklärte er sich gestern in sieben der insgesamt 22 Anklagepunkte für schuldig. Nassar war fast 30 Jahre lang der Arzt des Turnerinnenteams. Er soll in dieser Zeit mehr als 120 Sportlerinnen sexuell missbraucht haben.

Die Opfer, um die es in dem Prozess geht, sollen zwischen 13 und 15 Jahre alt gewesen sein, drei sogar noch jünger. Nassar hatte gegenüber den jungen Sportlerinnen seine sexuellen Handlungen als Teil seiner Untersuchung oder Behandlung dargestellt.