OSZE warnt vor starkem Anstieg der Gewalt in Ostukraine

Angesichts des nahenden Winters hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor einem starken Anstieg der Gewalt in der Ostukraine gewarnt.

„Wenn der Boden im Winter gefriert, wird es leider noch leichter, die schweren Waffen zu bewegen“, sagte der stellvertretende Leiter der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine, Alexander Hug, heute der deutschen Funke-Mediengruppe.

Daher sei zu befürchten, dass die Gewalt drastisch zunehmen werde. Bereits in den vergangenen Wochen habe es einen „stetigen Anstieg“ der Verletzungen der Waffenruhe gegeben.

Friedensplan nicht umgesetzt

Im Osten der Ukraine kämpfen Regierungstruppen und prorussische Separatisten seit mehr als dreieinhalb Jahren gegeneinander. Ein unter anderem von Deutschland vermittelter Friedensplan wird nicht umgesetzt.

Bei neuen Gefechten im Kriegsgebiet seien innerhalb von 24 Stunden fünf Soldaten getötet worden, teilte das Militär in Kiew mit. Die Konfliktparteien warfen einander Beschuss vor.

Kämpfe teilweise auf Sichtweite

Hug sagte, entlang der Kontaktlinie von rund 500 Kilometern stünden sich beide Seiten zum Teil bis auf Sichtweite gegenüber. Sie setzten Panzer, Artilleriegeräte und Mehrfachraketenwerfer ein.

Seit Beginn des Jahres habe es mehr als 400 zivile Opfer im Donbass gegeben. Mehr als 330.000-mal sei die Waffenruhe gebrochen worden. „Wenn die militärischen Kräfte entlang der Kontaktlinie nicht entflochten und die schweren Waffen nicht abgezogen werden, wird sich die Situation weiter verschärfen“, warnte Hug.