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„Schande und Schuld“

„Schande und Schuld“ verdienten die Täter und ihre Beschützer: Rund 1.000 norwegische Musikerinnen haben ihre Stimmen gegen sexuelle Belästigung erhoben. In der Tageszeitung „Aftenposten“ berichteten sie am Donnerstag von ihren Erfahrungen mit Vergewaltigungen, tätlichen Übergriffen und unangemessenem Verhalten.

Die „Aftenposten“ veröffentlichte zwei Manifeste, von denen eines mehr als 700 Unterzeichnerinnen fand. „Sogar in Norwegen“, das in puncto Geschlechtergerechtigkeit weltweit an zweiter Stelle steht, „gibt es keinen Grund zu glauben, dass die Musikgemeinschaft hier besser ist“, hieß es darin.

Berichte über Übergriffe

Neben den beiden Erklärungen druckte die „Aftenposten“ auch einige anonyme Berichte von Künstlerinnen ab. Viele von ihnen berichteten von Belästigung und Übergriffen im Laufe ihrer Karrieren. „Ich habe ununterbrochen Kommentare zu meinem Aussehen und meiner Sexualität bekommen“, schrieb eine Sängerin. „Ich bekam unzählige Nachrichten von Kollegen, die nur über mein Aussehen und nicht über meine Arbeit schrieben.“

Auch Schauspielerinnen gingen an Öffentlichkeit

In einem ähnlichen Schritt hatten in der vergangenen Woche bereits 500 norwegische Schauspielerinnen den unangemessenen Umgang mit Frauen in ihrer Branche angeprangert. Auch im benachbarten Schweden erhoben fast 2.000 Musikerinnen ihre Stimme gegen sexuelle Belästigung.

Jedes Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum einen Bericht, der die Gleichstellung der Geschlechter auf der Welt analysiert. Untersucht werden Faktoren wie Einkommensunterschiede und die Repräsentation von Frauen in Politik und Wirtschaft.

Im diesjährigen „Global Gender Gap“-Ranking landete Norwegen hinter Island auf dem zweiten Platz. Mit Finnland auf Platz drei und Schweden auf Platz fünf belegten die skandinavischen Staaten die obersten Ränge der Liste.

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