Filmfestival von Schwulen und Lesben in Istanbul verboten

Nach dem Gouverneur in Ankara hat nun auch der Gouverneur eines Stadtteils von Istanbul ein von einem LGBTI-Verband organisiertes Filmfestival verboten - LGBTI steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle.

Das Verbot diene dem Schutz „der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, der Rechte und Freiheiten anderer“ sowie der Verhinderung von Verbrechen, erklärte sein Büro am Freitagabend. Das Festival könnte gegen die „öffentliche Moral“ verstoßen.

Das vom LGBTI-Verband Pinkes Leben und dem British Council organisierte Kurzfilmfestival sollte heute im Pera-Kunstmuseum im Stadtteil Beyoglu auf der europäischen Seite von Istanbul stattfinden. Das Museum erklärte, es sei verschoben worden, nannte aber keinen neuen Termin.

Ankara erlässt generelles Verbot

Bereits vor knapp zehn Tagen hatte der Gouverneur von Ankara ein ähnliches Festival mit Filmen deutscher Regisseure verboten, das von der deutschen Botschaft mitorganisiert worden war. Wenige Tage später verboten die Behörden bis auf Weiteres sämtliche Kulturveranstaltungen sexueller Minderheiten in Ankara.

Homosexualität ist in der Türkei nicht strafbar, doch werden Angehörige sexueller Minderheiten in der überwiegend konservativen Gesellschaft oft diskriminiert. In Istanbul wurde die einst populäre Schwulenparade dieses Jahr zum dritten Mal in Folge verboten.