Urteil in Prozess um Schlecker-Pleite erwartet

Mehr als fünf Jahre nach der Pleite der einst größten deutschen Drogeriekette Schlecker soll heute vor dem Landgericht Stuttgart das Urteil über ihren ehemaligen Chef fallen. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft für den 73-jährigen Anton Schlecker, weil er kurz vor der Insolvenz im Jänner 2012 Vermögen in Millionenhöhe aus dem Unternehmen gezogen und zugunsten der Familie beiseitegeschafft haben soll.

Schlecker will die Pleite seines Konzerns bis zuletzt nicht haben kommen sehen. Auch seine Kinder sitzen auf der Anklagebank, und zwar wegen Beihilfe zum Bankrott. Für Lars Schlecker fordert die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten, für Meike Schlecker zwei Jahre und acht Monate.

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz plädierte kurz vor dem Ende des achtmonatigen Prozesses für ein mildes Urteil: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich einige Transaktionen als kritisch ansehe“, sagte er dem „Handelsblatt“. „Aber eine Inhaftierung hielte ich für sehr hart.“

Zivilprozess gegen Schlecker in Linz

Während in Deutschland der Strafprozess wegen der Pleite der Drogeriekette heute zu Ende gehen könnte, rückt der Beginn eines Zivilprozesses gegen die Familie Schlecker vor dem Landesgericht Linz näher.

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