Macron hält Grundsatzrede zur Afrikapolitik

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält bei einem Besuch in Burkina Faso heute seine erste große Rede zur französischen Afrikapolitik. In der Hauptstadt Ouagadougou spricht er nach Angaben aus dem Elyseepalast vor etwa 800 Studenten und will sich dabei „an die afrikanische Jugend“ richten.

Es handle sich um ein Publikum, das „nicht unbedingt ein gutes Bild von Frankreich hat“, hieß es im Voraus im Elyseepalast. Es wird erwartet, dass Macron in der früheren französischen Kolonie für eine Erneuerung der Beziehungen eintritt.

Die Afrikapolitik spielt in Frankreich eine große Rolle. Paris hat traditionell enge Verbindungen zu den französischsprachigen Ländern des Kontinents, die aber zugleich von der Kolonialvergangenheit belastet werden. Frankreich ist militärisch stark präsent in der Region - so unterstützen beispielsweise an die 4.000 französische Soldaten Länder der Sahelzone im Kampf gegen Terrorgruppen.

Macron reist morgen weiter nach Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste), wo er am EU-Afrika-Gipfel teilnimmt. Am Donnerstag schließt er seine Westafrika-Reise mit einem Besuch in Ghana ab, der auch als Öffnung hin zu englischsprachigen Ländern Afrikas gedacht ist.

Anschlag in Ouagadougou vor Macron-Besuch

Kurz vor dem Eintreffen Macrons in Burkina Faso hat es einen ernsten Zwischenfall gegeben: Unbekannte attackierten in der Hauptstadt Ouagadougou ein Fahrzeug der französischen Armee mit einer Granate an und verletzten dabei drei Passanten, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Einer der Passanten sei schwer verletzt worden. Zwei vermummte Männer hätten die Granate von einem vorbeifahrenden Motorrad geschleudert.

Das französische Militärfahrzeug sei Ziel des Anschlags gewesen, sei aber nicht getroffen worden, hieß es weiter. Es war unterwegs zu einer Kaserne französischer Spezialkräfte in der Hauptstadt von Burkina Faso.