Festnahmen bei Venezuelas staatlicher Ölgesellschaft

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Venezuelas Erdölminister Eulogio del Pino und der Chef des staatlichen Ölkonzerns PDVSA, Nelson Martinez, sind wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden.

Insgesamt stünden 65 Personen unter Verdacht, teilte heute Generalstaatsanwalt Tarek William Saab in Caracas mit. „Dieses Komplott hatte eine Implosion der Erdölindustrie zum Ziel“, sagte Saab.

Minister soll Öl für Schwarzmarkt abgezweigt haben

Ex-Minister del Pino wird unter anderem vorgeworfen, dass bei dem Ölunternehmen Petrozamora täglich 15.700 Barrel Öl abgezweigt worden seien, was Millionenverluste verursacht habe. Unter anderem in Kolumbien blüht der Schwarzmarkt mit Öl und Benzin aus Venezuela.

Präsident Nicolas Maduro, dem von USA und EU die Errichtung eines autoritären Regimes vorgeworfen wird, steht massiv unter Druck. Das Land wird von ersten Ratingagenturen als pleite eingestuft - auch weil die Erdölindustrie, die 95 Prozent der Exporteinnahmen bringt, zunehmend marod ist.

Wegen der eingebrochenen Einnahmen und höchsten Inflation der Welt fehlen Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Die Lage wird für die Bevölkerung immer prekärer, Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger sind bereits geflohen.