Iran-Deals: Goldhändler Zarrab belastet Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach Aussage des Goldhändlers Reza Zarrab von einem Komplott zur Umgehung von Sanktionen gegen den Iran gewusst. Das habe ihm der frühere türkische Wirtschaftsminister Mehmet Zafer Caglayan mitgeteilt, sagte der türkisch-iranische Goldhändler gestern vor einem Gericht in New York aus.

Caglayan habe ihm gesagt, dass Erdogan zugestimmt habe, dass sich neben der staatlichen Halkbank zwei weitere Banken an den „Gold-gegen-Öl-Deals“ beteiligen dürften. Mit diesen Deals sollte iranisches Öl bezahlt und Sanktionen der USA und der UNO umgangen werden.

Millionen Bestechungsgeld an Ex-Minister

Zuvor hatte Zarrab bereits ausgesagt, Caglayan mit bis zu 50 Millionen Euro bestochen zu haben. Der frühere türkische Wirtschaftsminister habe ihm dafür geholfen, die „Gold-gegen-Öl-Deals“ auszuhandeln und 50 Prozent der Profite erhalten. Auch den früheren Chef der Halkbank, Suleyman Aslan, habe er mit Schmiergeldern in Millionenhöhe bestochen, sagte Zarrab.

Der 34-jährige Zarrab hatte bei dem brisanten Prozess eigentlich selbst auf der Anklagebank sitzen sollen, sich dann aber schuldig bekannt. Nun tritt er als Belastungszeuge auf. Auf der Anklagebank sitzt jetzt nur der frühere Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank, Mehmet Hakan Atilla. Er hat alle Anschuldigungen bisher zurückgewiesen.