Flughafenattentäter von Istanbul tot

Ahmed Tschatajew, der mutmaßliche Drahtzieher des Terroranschlags auf den Istanbuler Flughafen von 2016, ist tot. Laut Angaben der georgischen Sicherheitsbehörden wurde Tschatajew am 22. November im Rahmen eines Anti-Terror-Einsatzes in Tiflis getötet. Er soll sich selbst in die Luft gesprengt haben. Der gebürtige Tschetschene hatte früher als Asylberechtiger in Wien gelebt.

Bei der Identitätsfeststellung unter anderem durch DNA-Analyse seien auch Ermittlerkollegen aus den USA involviert gewesen, hieß es. Bei dem Einsatz in der georgischen Hauptstadt waren neben Tschatajew zwei weitere mutmaßliche Terroristen sowie ein Mitglied der georgischen Sondereinsatzkräfte getötet worden.

Als „David Mayer“ in Wien

Tschatajew soll 1980 in der russischen Teilrepublik Tschetschenien geboren worden sein. Im Zweiten Tschetschenien-Krieg soll er in jungen Jahren einen Teil eines Armes verloren haben und wurde auch „Der Einarmige“ genannt. 2003 soll er in Österreich Asyl erhalten und zeitweilig mit seiner Familie in einem Wiener Gemeindebau gelebt haben, u. a. unter dem Namen David Mayer. Er soll der tschetschenischen Islamistengruppe Emirat Kaukasus von Doku Umarow angehört haben.

2010 wurde Tschatajew in der Ukraine festgenommen, jedoch wegen Menschenrechtsbedenken des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nicht nach Russland, sondern nach Georgien abgeschoben. Dort lebte er seitdem großteils und erwarb auch die georgische Staatsbürgerschaft.

Nach dem Attentat auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul vom 28. Juni 2016 mit 45 Todesopfern nannten ihn die US-Behörden als Drahtzieher. Auf dem Airport hatten drei Attentäter das Feuer auf Menschen eröffnet und sich anschließend in die Luft gesprengt.