Ermittlungen gegen Ex-Burg-Chef Hartmann teils eingestellt

Im seit mehr als dreieinhalb Jahren laufenden Ermittlungsverfahren gegen den einstigen Direktor des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann, hat es eine teilweise Verfahrenseinstellung gegeben. Der Rechtsvertreter des Burgtheaters, Bernhard Hainz, bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat vor allem keine Bestätigung für den Verdacht gefunden, Hartmann könnte sich der Untreue schuldig gemacht und von vorsätzlichen Bilanzmanipulationen der kaufmännischen Geschäftsführerin Silvia Stantejsky gewusst haben.

Vertrauen war kein Fehler

Die Anklagebehörde sei zur Rechtsansicht gelangt, dass Hartmann als Künstlerischer Leiter darauf vertrauen durfte, dass Stantejskys Bilanzen stimmen, meinte Hainz unter Bezugnahme auf den auch dem Burgtheater zugestellten Einstellungsbeschluss: „Die WKStA geht davon aus, dass er - was die Zahlen betrifft - nicht gescheiter sein musste als seine kaufmännische Geschäftsführerin.“

Von der Verfahrenseinstellung nicht betroffen sind laut Heinz dagegen die Vorwürfe der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und der vorsätzlichen Abgabenhinterziehung. Ob und inwieweit sich Hartmann dafür vor einem Strafgericht verantworten muss, ist noch offen.