Abbas warnt vor Trumps Jerusalem-Entscheidung

Vor der Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump hat die Palästinenserführung eine diplomatische Gegenoffensive gestartet. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas habe mit einer Reihe von Staatsführern telefoniert, um die „Gefahren“ eines Umzugs der US-Botschaft nach Jerusalem oder einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zu erläutern, sagte sein Berater Madschdi al-Chalidi heute.

Abbas rief unter anderen mehrere arabische Staatschefs, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan an. Letzterer versicherte in dem Telefonat, ein unabhängiger Palästinenserstaat müsse Ostjerusalem zur Hauptstadt haben, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Hamas droht mit Intifada

Abbas warb nach Angaben Chalidis zudem für die Einberufung eines Sondergipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) und der Arabischen Liga. Derweil bemühten sich der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erakat, und Geheimdienstchef Madsched Farradsch um Kontakte nach Washington.

Die Hamas warnte unterdessen, sollte Trump morgen tatsächlich Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die Botschaft der USA von Tel Aviv dorthin verlegen, „dann rufen wir die Palästinenser dazu auf, die Intifada wiederaufleben zu lassen“. Mit einer solchen Haltung würden die USA Israel bei dem „Verbrechen“ unterstützen, Jerusalem zur rein jüdischen Stadt zu machen und „von Palästinensern zu leeren“, hieß. Bei der letzten Intifada wurden Tausende Menschen getötet, es gab Opfer auf beiden Seiten.