Lawrow: USA provozieren Nordkorea

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den USA vorgeworfen, Nordkorea zu „provozieren“. Washington habe Moskau im September informiert, dass es bis zum Frühling keine militärischen Übungen nahe der Koreanischen Halbinsel geben werde. Diese Botschaft habe Russland Nordkorea weitergeleitet. Doch dem entgegengesetzt hätten die USA sogar mehrere Übungen abgehalten, sagte Lawrow heute in einer Pressekonferenz beim OSZE-Ministerrat in der Wiener Hofburg.

Pjöngjang habe daraufhin eine Interkontinentalrakete gestartet. „Ich will das nicht verteidigen. Wir verurteilen den Raketenstart und wir rufen Nordkorea auf, die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats vollständig zu befolgen“, so Lawrow. „Aber die USA handeln, als ob sie das provozieren wollten.“

„Nordkorea braucht Sicherheitsgarantien“

Das Verhalten der USA würde die Möglichkeiten eines Dialogs erschweren. „Nordkorea braucht Sicherheitsgarantien.“ Gerade in einer Situation, in der die USA versuchten, die Einigungen zum Iran-Atomprogramm, die vor einigen Jahren getroffen worden seien, wieder aufzuheben, so Lawrow. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, das internationale Atomabkommen mit dem Iran, das 2015 in Wien geschlossen wurde, aufzukündigen.

Natürlich stelle sich nun die Frage, wie man Nordkorea überzeugen könne, dass eine Vereinbarung zum Abbau des Nuklearprogramms im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen nicht in ein oder zwei Jahren von der nächsten US-Administration wieder abgelehnt werde, meinte Lawrow. Die russische Position sei dagegen unverändert: „Wir sind überzeugt, dass es Schritte zur Deeskalation der Situation braucht.“