ÖVP und FPÖ einig bei Raucherregelung

ÖVP und FPÖ haben sich bei den Regierungsverhandlungen auf eine Raucherregelung nach dem „Berliner Modell“ geeinigt. Das wurde der APA von Verhandlern bestätigt. Das ursprünglich ab Mai 2018 geplante absolute Rauchverbot in der Gastronomie kommt laut den Angaben nicht. Gäste können vorerst weiter in abgetrennten Räumlichkeiten Zigaretten konsumieren.

Ergänzend wird das generelle Rauchverbot in Österreich von 16 auf 18 Jahre angehoben. Gemeinsam mit den Bundesländern - die gemäß einer Einigung der Landesjugendreferenten im Frühling ohnehin schon an entsprechenden Regeln zur Anhebung des Alterslimits für den Zigarettenkauf arbeiten - wolle man dies vorantreiben, hieß es von den Verhandlern der vermutlichen künftigen Regierung.

In Lokalen dürfen unter 18-Jährige nach den ÖVP-FPÖ-Plänen künftig etwa nicht mehr im Raucherbereich sitzen. Außerdem wird es auch ein Rauchverbot in Autos geben, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 im Wagen mitfahren. Zwecks Nichtraucherschutz in der Gastronomie soll es zudem eine stärkere verpflichtende Kennzeichnung der Raucherbereiche geben.

Ärzte warnen vor Gesundheitsfolgen

Ärzte und eine ganze Reihe gegenteilig gesinnter Gastronomen warnten hingegen vor einer Rücknahme des absoluten Rauchverbots und den damit verbundenen negativen Gesundheitsfolgen.

In Österreich ist seit 2009 ein „grundsätzliches“ Rauchverbot in Lokalen in Kraft. Nach einer Übergangsfrist für Umbauarbeiten und einer Neuregelung dürfen seit Juni 2010 Gastronomen den Tabakkonsum nur noch dann erlauben, wenn sie über abgetrennte Raucherzimmer verfügen oder die gesamte Verabreichungsfläche nicht größer als 50 Quadratmeter ist.

Durch den lungenkrebsbedingten Tod des bekannten Journalisten und Rauchers Kurt Kuch wurde die Debatte über das Rauchverbot Anfang 2015 neu entfacht. Wenige Monate später einigte sich die SPÖ-ÖVP-Regierung auf ein komplettes Rauchverbot in der Gastronomie ab Mai 2018.