EU hält Konflikt in Syrien nicht für beendet

Der Konflikt in Syrien ist aus Sicht der Europäischen Union nicht beendet. „Wir wissen sehr gut, dass vor Ort die Kämpfe weitergehen, Zivilisten angegriffen werden“, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute in Brüssel.

Das russische Verteidigungsministerium hatte vergangene Woche den vollständigen Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien verkündet. Präsident Wladimir Putin ordnete darauf heute bei einem Besuch in Syrien den Rückzug des Großteils der russischen Truppen an, die seit 2015 die Regierung von Präsident Baschar al-Assad unterstützen.

Nur UNO könne „glaubwürdigen Rahmen“ für Lösung garantieren

Für die EU führe der einzige Weg zum Frieden in Syrien über die UNO-geführten Gespräche in Genf, sagte Mogherini nach Beratungen der EU-Außenminister. Nur die UNO könne „einen glaubwürdigen Rahmen für eine politische Lösung“ in Syrien garantieren. Erst bei einer Einigung in Genf sei die EU bereit, wie angekündigt Gelder für den Wiederaufbau Syriens bereitzustellen.

Die Vereinten Nationen versuchen derzeit, neuen Schwung in die Verhandlungen zu bringen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden. Parallel zu den Gesprächen in Genf finden seit Jahresbeginn im kasachischen Astana Verhandlungen unter Vermittlung Russlands, der Türkei und des Iran statt. Bei den Kämpfen in Syrien sind seit 2011 mehr als 340.000 Menschen getötet worden. Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben.