Südkorea und China nähern sich nach Streit an

Nach einem schweren Streit über ein in Südkorea stationiertes US-Raketenabwehrsystem wollen Peking und Seoul wieder enger kooperieren. „Ich glaube, dass Vertrauen nicht nur in einer Beziehung zwischen Menschen, sondern auch zwischen Ländern am wichtigsten ist“, sagte Südkoreas Präsident Moon Jae In heute während eines Treffens mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.

Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, rief Moon zu einem „Neustart“ auf der Basis von „Freundschaft und Vertrauen“ auf. Xi sagte demnach, der Besuch von Moon würde helfen, die Beziehungen wieder zu festigen, nachdem sie einen Dämpfer erlitten hätten. Auch stimmten die beiden Präsident überein, dass im Nordkorea-Konflikt eine friedliche Lösung gefunden werden müsse.

Zwischen den asiatischen Staaten war es in diesem Jahr zu heftigen Verstimmungen gekommen, da sich China durch ein neues US-Raketenabwehrsystem in Südkorea bedroht fühlt. Das THAAD-System soll Südkorea besser vor möglichen Angriffen aus Nordkorea schützen. Peking aber kritisierte die Stationierung, weil das zu THAAD gehörende Radarsystem auch den Luftraum weit nach China hinein ausspionieren kann.

Fotografen getreten und geschlagen

Trotz der Differenzen hatten sich Seoul und Peking Ende Oktober darauf geeinigt, den Austausch und die Zusammenarbeit in allen Bereichen wiederherzustellen.

Auch Moons Besuch in Peking verlief nicht ohne Spannungen. Wie Yonhap berichtete, hinderten chinesische Sicherheitskräfte mitgereiste Journalisten aus Südkorea daran, ihrem Präsidenten auf einer Handelsmesse in Peking zu folgen. Zwei Fotografen seien von mindestens einem Dutzend Sicherheitsleuten getreten und geschlagen worden. Einer musste ins Krakenhaus gebracht werden. China bedauere den Vorfall, teilte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums mit.