Rumänien verabschiedet sich mit Pomp von König Michael I.

Als König konnte er zwar nur wenige Jahre lang herrschen, doch im Tod ist König Michael I. (Mihai I.) wieder der Liebling der Rumänen. Der rumänische Staat gedenkt mit dreitägiger Staatstrauer und Feierlichkeiten an mehreren Schauplätzen des am 5. Dezember im Alter von 96 Jahren in der Schweiz verstorbenen früheren Monarchen.

Der Leichnam des ehemaligen Herrschers wurde am Mittwoch nach Rumänien gebracht und zunächst in der früheren königlichen Sommerresidenz Peles im Karpaten-Kurort Sinaia aufgebahrt, wo ihm Staatspräsident Klaus Johannis und andere führende Persönlichkeiten die letzte Ehre erwiesen. Anschließend wurde der Sarg nach Bukarest gebracht und bis gestern Abend im dortigen Königsschloss aufgebahrt, wo ein Besuch allen Interessierten offenstand.

Ehrenbegräbnis für den rumänischen König Michael I.

APA/AP/Vadim Ghirda

Adel nimmt an Feierlichkeiten teil

Heute erfolgt dann zunächst der Begräbnisgottesdienst in der Bukarester orthodoxen Kathedrale, bevor der Leichnam an den traditionellen Begräbnisort der rumänischen Könige, in das 150 Kilometer nordwestlich von Bukarest gelegene Curtea de Arges, gebracht wird. In der dortigen erst im Jahr 2009 erbauten neuen Kathedrale ruht bereits Michaels 2016 verstorbene Gemahlin Anna von Bourbon-Parma.

An den Begräbnisfeiern werden nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Agerpres unter anderen der schwedische König Carl Gustaf XVI. mit Königin Silvia, Großherzog Henri von Luxemburg, der frühere spanische König Juan Carlos mit Königin Sofia und der britische Kronprinz Charles teilnehmen. Auch zahlreiche Vertreter ehemals herrschender Häuser, etwa Karl und Georg Habsburg-Lothringen, haben sich angesagt.

Mit fünf auf dem Thron

Der 1921 in Sinaia geborene Michael aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen war bereits im Alter von fünf Jahren 1927 auf den Thron des rumänischen Königreiches gelangt, da sein Vater Kronprinz Karl, der mit seinen Frauengeschichten wiederholt für Skandale gesorgt hatte, zuvor von der Thronfolge ausgeschlossen worden war.

1930 kehrte sein Vater allerdings aus dem Exil zurück und bestieg als Karl II. (Carol II.) den Thron, musste jedoch bereits 1940 aufgrund politischen Drucks wegen der zahlreichen, von NS-Diktator Adolf Hitler oktroyierten Gebietsverluste des Landes zugunsten seines Sohnes abdanken.

Der junge Monarch vollbrachte seine wichtigste politische Tat am 23. August 1944, als er den mit Hitler verbündeten faschistischen Diktator Ion Antonescu festnehmen ließ und anschließend Deutschland den Krieg erklärte. Doch bereits 1947 musste er auf Druck der Kommunisten abdanken und ins Exil gehen. Erst nach dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceausescu 1989 reiste er erneut nach Rumänien und erhielt auch einige Immobilien zurück. Nach seinem Tod ist nun die älteste seiner fünf Töchter, Margarita, Oberhaupt des rumänischen Königshauses und „Hüterin der Krone“.