Mahrer zum neuen Wirtschaftsbund-Chef gewählt

Der bisherige Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Harald Mahrer ist heute zum Präsidenten des ÖVP-Wirtschaftsbundes gewählt worden. Als einziger Nachfolgekandidat von Christoph Leitl erhielt er 95,21 Prozent der Stimmen. Mit dem Wechsel im Wirtschaftsbund ist ein Schritt für denselben Wechsel im Chefsessel der Wirtschaftskammer (WKÖ) gemacht. Der Wechsel an der WKÖ-Spitze erfolgt 2018.

Mahrer - konkret erhielt er 159 der 167 abgegeben gültigen Stimmen - bedankte sich bei den Delegierten für seine Wahl, deren Ergebnis verkündet wurde, nachdem eine Band unter anderem die Songs „The Winner Takes It all“ und „Simply The Best“ intoniert hatte. „Das Abenteuer beginnt“, sagte er nach Annahme seiner Wahl.

Leitl wurde dann noch via Handzeichen zum Ehrenobmann des ÖVP-Bundes gewählt. Unter den Gästen war nach ihrer Angelobung auch schon die neue ÖVP-Wirtschafts- und -Digitalministerin, Ex-A1-Chefin Margarete Schramböck.

Mahrer will Reform- und Sparringpartner sein

Bei seiner Rede im Palais Wertheim in der Wiener Innenstadt noch vor dem Wahlgang gab sich Mahrer kämpferisch. Die Unternehmer hätten sich Respekt im Umgang verdient. Wenn man angegriffen werde, werde man sich ordentlich verteidigen, kündigte der nunmehrige Wirtschaftsbund- und baldige Wirtschaftskammer-Präsident an.

Sein Selbstverständnis für den Wirtschaftsbund und die Wirtschaftskammer gegenüber anderen Institutionen und der Bundesregierung sei es, ein Reformpartner, Sparringpartner und unangenehmer Gesprächspartner zu sein, wenn das notwendig sei. Es gehe um ein größeres gemeinsames Ganzes in Österreich. Werte seien Leistung, Verantwortung, Eigentum und Freiheit von staatlichem Zwang.

„Mit dem Kärcher“ gegen „bürokratischen Wahnsinn“

Mahrer will die unternehmerische Freiheit mit der Pflichtmitgliedschaft erhalten. Einer seiner Hauptpunkte sei es, den „bürokratischen Wahnsinn“ zu beenden - dazu habe „Sebastian (Kurz, ÖVP, Anm.) versprochen, da gehen wir jetzt mit dem Kärcher hinein“. In den kommenden 24 Monaten werde es hierbei zu „dramatischen Änderungen“ kommen.

Leitl bezeichnete Mahrer als richtigen Mann zur richtigen Zeit für Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer. Er erinnerte in seiner Rede an seine Amtszeit, die 18 Jahre, eine Woche und einen Tag gedauert hat. Derzeit sei eine Phase der Veränderung zu spüren, und da müsse man miteinander und nicht nebeneinander oder gar gegeneinander arbeiten, appellierte Leitl an die Wirtschaftsbund-Delegierten. Großen Dank sprach Leitl allen Mitgliedern und den anderen ÖVP-Bünden als „Netzwerkpartner“ aus.