Steinhoff-Skandal: Erste Konsequenzen für kika/Leiner

Der Bilanzskandal beim südafrikanischen Möbelriesen Steinhoff bringt auch die Österreich-Tochter kika/Leiner zunehmend in Bedrängnis. Kreditversicherer kappen mittlerweile ihre Deckungen nicht nur für den Steinhoff-Konzern, berichteten heute die „Salzburger Nachrichten“ („SN“).

Auch Lieferanten der heimischen Möbelketten kika und Leiner hätten bereits Post von Versicherungen bekommen, dass ihr Versicherungsschutz bei Ausfall von Forderungen mit sofortiger Wirkung gesenkt werde, schreibt die Zeitung. Die österreichische Möbelindustrie sei entsprechend nervös.

„Beunruhigend“

Georg Emprechtinger, Eigentümer des Möbelherstellers Team 7 und Vorsitzender der Möbelindustrie, sprach laut „SN“ von einer schwierigen Situation. Einerseits wisse man nicht, was auf der Eigentümerebene los sei, „und das ist beunruhigend“. Auf der anderen Seite habe man mit kika/Leiner gute Kontakte, die Geschäftsführung dort mache einen guten Job. Aber natürlich überlege man, „was wir jetzt tun, inwieweit wir nur mehr gegen Bezahlung liefern“.

Gunnar George, Geschäftsführer von kika und Leiner in Österreich, gibt sich zuversichtlich. „Steinhoff ist gerade in Verhandlungen mit den Kreditgebern, und wir gehen von einem positiven Ausgang aus“, sagte er. Als Tochter könne man zu diesem Prozess ohnehin nichts beitragen. „Wir machen unser Business und unser Weihnachtsgeschäft“, so George.

Wochenlange Krise

Die Möbelketten kika und Leiner mit ihren rund 5.600 Beschäftigten in Österreich gehören seit 2013 zum Steinhoff-Konzern mit 130.000 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern. Seit Anfang Dezember befindet sich das Unternehmen mit niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika in einer Krise, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und der Chef Markus Jooste gehen musste.