IS reklamiert Angriff auf koptische Kirche für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff auf eine koptische Kirche in Ägypten für sich reklamiert. IS-Kämpfer hätten die Kirche Mar Mina in Helwan rund 25 Kilometer südlich von Kairo attackiert, teilte die Terrormiliz gestern über ihr Sprachrohr Amak mit.

Ein Attentäter hatte sich der Kirche auf einem Motorrad genähert und das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, wie das ägyptische Innenministerium mitteilte. Bei dem Vorfall seien sieben Menschen getötet worden, darunter ein Polizist.

Feuergefecht mit Sicherheitskräften

Der mutmaßliche Angreifer habe sich anschließend ein Feuergefecht mit den Sicherheitskräften geliefert. Er sei verletzt und später festgenommen worden, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Der Mann habe eine automatische Waffe und eine Bombe bei sich getragen. Es soll sich um einen den Behörden bekannten Terrorverdächtigen handeln.

Zuvor soll der Mann bereits auf ein Geschäft in der Stadt geschossen und dabei zwei weitere Menschen getötet haben. Das Geschäft gehörte nach Angaben der koptisch-orthodoxen Kirche einem Kopten. Die beiden getöteten Männer seien Christen.

IS reklamiert auch Anschlag in St. Petersburg für sich

Am Abend reklamierte der IS dann auch den Anschlag auf einen Supermarkt in St. Petersburg mit 14 Verletzten für sich. Der Anschlag in der russischen Metropole vom Mittwoch sei von einer „Gruppe“ des IS verübt worden, hieß es in einer Erklärung, die von Amak verbreitet wurde. Der selbst gebaute Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt platziert worden.

Auf gestern veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der den Supermarkt anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen.

Zunehmende Aktivität in Afghanistan

Der verheerende Anschlag, bei dem am Donnerstag in Afghanistans Hauptstadt Kabul mehr als 40 Menschen gestorben sind, könnte nur eine Vorschau auf künftige Schrecken sein: Die Kämpfer des IS fallen seit Langem in dem zerrütteten Land ein - seit ihren großen Gebietsverlusten in Syrien und dem Irak nahmen die Anschläge in Afghanistan stark zu.

In Russland mehren sich die Sorgen über Islamistenfestungen vor den Toren früherer Sowjetrepubliken. Die Rezepte Moskaus, Washingtons und der NATO gegen ein neuerliches Erstarken des IS scheinen auch nach 16 Jahren Krieg zu versagen.

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