May verspricht „erfolgreichen Brexit“

Die britische Premierministerin Theresa May hat in ihrer Neujahrsansprache einen „erfolgreichen Brexit“, eine Stärkung der Wirtschaft und eine „fairere Gesellschaft für jeden“ versprochen. „Die meisten Menschen wollen einfach, dass die Regierung weitermacht und einen guten ‚Brexit‘ abliefert“ - unabhängig davon, ob sie für oder gegen den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hätten, sagte May.

Insgesamt sei 2017 ein „Jahr des Fortschritts“ für Großbritannien gewesen, erklärte May. Den „Brexit“ zum Erfolg zu machen, sei entscheidend, ihre Regierung habe aber auch weitere Ambitionen. „Wir müssen uns weiter bemühen, hier und heute einen Unterschied bei den Dingen zu machen, welche die Menschen in ihrem täglichen Leben beschäftigen“, sagte May.

Deshalb betonte sie, zwar die Staatsverschuldung senken zu wollen, aber gleichzeitig in Schulen, Polizei und Gesundheitsversorgung zu investieren. „Ich glaube daran, dass 2018 ein Jahr von erneuertem Vertrauen in und Stolz auf unser Land sein kann.“

Cohn-Bendit: „Brexit“ Modell für Kooperationsunwillige

Unterdessen äußerte sich auch der deutsch-französische Publizist und Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit zum „Brexit“. Er sieht darin ein „Modell“ für kooperationsunwillige EU-Länder wie Polen, Ungarn und Tschechien.

In einem Interview sagte der langjährige Europaabgeordnete gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP, diesen Staaten solle es freigestellt werden, die EU zu verlassen, wenn sie sich nicht an der geplanten Neugestaltung der Union beteiligen wollten. „Die Verhandlungen über den ‚Brexit‘ sind Musterverhandlungen für solche Situationen“, betonte Cohn-Bendit.