Hartinger-Klein will Abbau von Selbstbehalten prüfen

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) denkt über einen Abbau von Selbstbehalten im Gesundheitswesen nach. Es gebe Studien, die nahelegen, dass die bestehenden Selbstbehalte nicht sinnvoll steuernd seien, sagt sie. Sie wolle sich das aber noch genau anschauen.

Die FPÖ-Gesundheitsministerin geht damit in die entgegengesetzte Richtung, die Teile der ÖVP und vor allem der Wirtschaft einschlagen wollen. Diese propagieren vor allem das Bonusmodell der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft.

Hartinger-Klein will mit Ärztekammer diskutieren

Den von der letzten rot-schwarzen Regierung eingeleiteten Aufbau von Primärversorgungszentren will Hartinger-Klein weiterführen, allerdings „unter massiver Einbindung der Ärztekammer“. Ihr gehe es darum, „wirkliche Gesundheitszentren“ zu schaffen. Vorbild soll dabei jenes in Enns sein, wo Allgemeinmediziner mit Fachärzten und verschiedenen anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten.

Über den Inhalt der im Regierungsprogramm angekündigten Novelle des erst im Vorjahr in Kraft getretenen PHC-Gesetzes (neue Primärversorgung) will die Ministerin noch mit der Ärztekammer diskutieren. Wichtig ist ihr aber, dass man spezifischer auf die unterschiedlichen Regionen eingehen kann.

Foto auf E-Card: Überlegung für bessere Lösung

Für die ebenfalls angekündigte Stärkung des Hausarztes will Hartinger-Klein angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle nicht nur Anreize im Studium schaffen, sondern vor allem auch finanzielle Anreize. Wenn ein Arzt sich in einer abgelegenen Region ansiedelt, soll es finanziell besser gestellte Verträge geben.

Beim weiteren Aufbau der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) stellt sich Hartinger-Klein an die Seite der Ärztekammer. Es müsse „massiv an der Benutzerfreundlichkeit gearbeitete werden“, unterstützt sie die Forderung der Ärzte.

Unterstützung kommt von der Gesundheitsministerin auch für neue Technologien, wie etwa dass die E-Card auch am Handy verfügbar sein soll. Auch das schon beschlossene Foto auf der E-Card muss noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es gebe hier Überlegungen für eine noch bessere Lösung, meinte Hartinger-Klein.