Neues Drama im Mittelmeer: Mindestens 25 Tote

Bei einem neuerlichen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind heute mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. 85 weitere konnten in Sicherheit gebracht werden, berichtete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die deutsche Hilfsorganisation „Sea Watch“. Die Flüchtlinge befanden sich an Bord eines Schlauchbootes, das 40 Seemeilen von der libyschen Küste in internationalen Gewässern in Seenot geraten war.

Ein Schiff der italienischen Küstenwache, das im Mittelmeer im Rahmen der EU-Mission „Sophia“ im Einsatz ist, eilte dem bereits halb gesunkenen Schlauchboot zu Hilfe. Laut der im Mittelmeer bei der Flüchtlingsrettung aktiven NGO Proactiva Open Arms gebe es noch „Dutzende Vermisste“. Die Suchaktion sei weiterhin im Gange. Einige Menschen hätten Stunden im Wasser verbracht, bevor sie gerettet werden konnten.

400 Menschen seit Jahreswechsel

Seit dem Jahreswechsel wurden bereits mehr als 400 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. Das Innenministerium berichtete heute von 333 Geretteten zwischen dem 1. und 4. Jänner. Dazu kommen noch die mindestens 85 Flüchtlinge, die nach einem Schiffbruch am Samstag in Sicherheit gebracht wurden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren 729 Flüchtlinge gerettet worden.

2017 kamen insgesamt 119.369 Menschen über das Mittelmeer nach Italien, 2016 waren es 181.436 Flüchtlinge. Bei der Überfahrt in den meist seeuntauglichen Booten kamen im vergangenen Jahr laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 3.000 Menschen ums Leben. Laut Experten ist die Dunkelziffer deutlich höher.