Spekulationen auf EZB-Zinserhöhung nehmen zu

Auf dem Geldmarkt haben die Spekulationen auf eine Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch in diesem Jahr zugenommen. Inzwischen wird dort die Wahrscheinlichkeit auf 70 Prozent taxiert, dass die EZB ihre Strafzinsen für Geschäftsbanken im Verlauf von 2018 etwas mildert.

Diese Erwartung hängt vor allem mit dem gestern veröffentlichten Protokoll der Notenbank zur Dezember-Zinssitzung zusammen. Darin wird angedeutet, dass die EZB möglicherweise schon früh in diesem Jahr ihren geldpolitischen Ausblick überprüfen könnte. Die Zentralbank hatte letztmalig im Jahr 2011 einen ihrer Schlüsselsätze erhöht.

Aus den Terminkontrakten auf dem Geldmarkt geht aktuell hervor, dass Anleger die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung des EZB-Einlagensatzes von minus 0,4 Prozent auf minus 0,3 Prozent bis Dezember nun auf 70 Prozent taxieren.

Ein negativer Einlagensatz bedeutet, dass Geschäftsbanken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Notenbank parken. Je tiefer der Satz im negativen Terrain liegt, umso teuerer ist das für die Banken. Das aktuelle Niveau von minus 0,4 Prozent ist ein Rekordtief.