UKIP-Chef nach Beleidigung von Meghan Markle unter Druck

Nach rassistischen Äußerungen über die Verlobte von Prinz Harry gibt es in der rechtspopulistischen UKIP-Partei großen Ärger. Die 25-jährige Freundin des UKIP-Vorsitzenden Henry Bolton, Jo Marney, hatte Meghan Markle schwer beleidigt und wurde dafür aus der Partei ausgeschlossen. Nun mehren sich die Forderungen, dass Bolton nach dem Vorfall von seinem Amt zurücktreten müsse.

Nach Angaben der „Mail on Sunday“ hatte Marney Nachrichten an einen Freund geschickt, in denen sie sich zutiefst abwertend über Markle und alle Menschen schwarzer Hautfarbe äußerte. Außerdem warnte sie davor, dass Markle den Weg für einen dunkelhäutigen König in Großbritannien ebne. Harry ist derzeit auf dem fünften Platz der Thronfolge. Die US-Schauspielerin Markle hat mütterlicherseits afroamerikanische Wurzeln.

In einer Stellungnahme entschuldigte sich Marney, die sich in Sozialen Netzwerken als Model, Schauspielerin und Journalistin bezeichnet, für ihre „schockierende“ Ausdrucksweise. Die Zitate seien jedoch aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagte sie.

UKIP-Mitglieder fordern Rücktritt

Mehrere Parteimitglieder forderten den Rücktritt Boltons. „Geh’ jetzt“, sagte etwa Bill Etheridge, Abgeordneter im Europäischen Parlament. Bolton sollte die Agonie nicht verlängern. UKIP-Mitglieder meinten, dass ihr Parteichef nun „schwierige Entscheidungen“ mit Blick auf seine Zukunft treffen müsse. Die Pressestelle war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bolton war erst im vergangenen September zum UKIP-Chef gewählt worden. Die EU-feindliche Partei steckt in einer tiefen Krise. Bei den letzten Wahlen zum Parlament und auf kommunaler Ebene musste sie Niederlagen einstecken, im Unterhaus ist sie nicht mehr vertreten. Bis 2016 war Nigel Farage, einer der prominentesten „Brexit“-Befürworter, Parteichef. Bolton ist bereits der vierte Vorsitzende seit Farages Rücktritt.