Abbas: Trumps Nahost-Politik „Ohrfeige des Jahrhunderts“

Der palästinensische Mahmud Abbas hat die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um einen Frieden in Nahost als „Ohrfeige des Jahrhunderts“ bezeichnet. „Wir sagen ‚Nein‘ zu Trump, ‚wir werden Ihr Projekt nicht akzeptieren‘“, sagte Abbas gestern zum Auftakt von Beratungen mit führenden Vertretern der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

Abbas bezog sich zum Auftakt des zweitägigen Treffens in Ramallah auf die Ankündigungen Trumps, ein „ultimatives“ Nahost-Friedensabkommen zu erreichen. Der US-Präsident betraute damit seinen Schwiegersohn und Berater Jared Kushner. Abbas warf Israel zudem vor, mit seinem Handeln die von den USA vermittelten Osloer Abkommen aus den 90er Jahren aufgekündigt zu haben.

Trump hatte am 6. Dezember angekündigt, Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Die Entscheidung stieß weltweit auf Ablehnung und löste in der muslimischen Welt heftige Proteste aus. Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt. Abbas hatte danach gesagt, die USA könnten nun keine Rolle mehr als Vermittler spielen.