Juden in Frankreich beklagen Zunahme von Gewalt

In Frankreich werden Juden nach Regierungsangaben zunehmend Opfer körperlicher Gewalt - und das in ihren Häusern und Wohnungen. „Es kommt regelmäßig zu Übergriffen, die für Beunruhigung und Angst in der jüdischen Bevölkerung sorgen“, sagte der Antisemitismusbeauftragte der französischen Regierung, Frederic Potier, der deutschen „Welt“ (Dienstag-Ausgabe).

Zwar sei die Zahl antisemitischer Übergriffe auf Synagogen und Schulen dank eines besseren Schutzes deutlich zurückgegangen, sagte Potier. Allerdings habe sich die Form judenfeindlicher Attacken inzwischen geändert: Immer häufiger würden Juden in Frankreich in ihren eigenen vier Wänden überfallen. Zuletzt häuften sich Anzeigen wegen Beschimpfungen und direkter Drohungen gegen Menschen jüdischen Glaubens.

Antisemitismus von allen möglichen Seiten

Frankreich kämpfe „gegen zwei Formen des Antisemitismus“, sagte Potier, „gegen den rechtsradikalen und gegen den linksradikalen Antisemitismus, der den radikalen Islamismus unterstützt und Ereignisse im Nahen Osten mit Problemen hierzulande vermengt.“

Auch der Präsident des zentralen israelitischen Konsistoriums in Frankreich, das die Interessen der Juden in Frankreich vertritt, hatte zuletzt von einem Anstieg antisemitischer Straftaten gesprochen. In einem Schreiben an Innenminister Gerard Colomb forderte Joel Mergui, dieser „gefährlichen Spirale“ entgegenzuwirken.